Das Ende des Jahres ist immer eine Zeit, zurückzuschauen und vielleicht auch vorwärts. Mir scheint es, als wäre dieses Jahr eines der härtesten für Linux gewesen. SCO hat versucht, Angst und Unsicherheit über eine Copyrightsache mit IBM zu verbreiten. In der Vergangenheit war Linux überwiegend immun gegen solche FUD (Fear, Uncertainty,
Doubt (Angst, Unsicherheit, Zweifel))- Attacken, aber diese hat Linux hart zugesetzt. Glücklicherweise muntert uns SCO kurz vor Weihnachten durch ihre Offenbarung auf, daß sie keinen anderen Beweis haben, als ein paar header files, die tatsächlich nichts außer weitverbreiteten Definitionen enthalten.
Linus kommentierte dies mit:
"In other words, I think we can totally _demolish_ the SCO claim that these
65 files were somehow 'copied'. They clearly are not." "In anderen Worten, ich denke, wir können die Anklage, daß die 65 Dateien irgendwie "kopiert" wurden, total niederschmettern. Sie wurden es eindeutig nicht."
Es war auch Besorgnis erregend, zu sehen, daß RedHat schließlich all diejenigen Kunden, die der Firma zuerst zum Wachstum verholfen haben, im Stich gelassen hat. Eine meiner ersten Distributionen war RedHat. Ich habe sie in einem Buchladen um die Ecke gekauft und es war sehr hilfreich, Installationssupport per Email für ein paar Probleme, die mein CD-Rom Laufwerk betrafen, zu bekommen. All das gehört der Vergangenheit an. Zumindest, was RedHat betrifft. Von ihnen gibt es keine Pakete mehr mit einem vernünftigen Preis und es gibt keinen Installationssupport per Email für
Fedora (http://fedora.redhat.com/). Natürlich sind da noch Mandrake und Suse, aber RedHat war weltweit sehr populär.
Als solches ist es wirklich eine gute Idee, die Comunity in die Entstehung einer Distribution miteinzubeziehen. Besonders, wenn man RedHats eher geschmacklosen Desktop gesehen hat, war es klar, daß etwas passieren mußte.
Das Problem ist, daß RedHat Fedora als ein Testsystem präsentiert, das die Bugs ausschütteln soll, bevor die Pakete in die Unternehmensprodukte gehen. Laßt uns sehen, was 2004 mit Fedora passiert. Entweder es ändert sich etwas oder eine andere Distribution wird RedHats führende Rolle einnehmen.
Natürlich hat 2003 auch einige sehr positive Änderungen für Linux gebracht: OpenOffice 1.1 wurde eine sehr gute Officeapplikation, die schneller und stabiler wurde.
Mozilla, MozillaFirebird, MozillaThunderbird haben auch viele Verbesserungen in der Geschwindigkeit, Stabilität und Funktionalität gesehen. Wir haben jetzt state of the art Browser, die MSs IE bald ein bißchen alt und verstaubt aussehen lassen werden. Die Linux Desktopapplikationen bewegen sich in die richtige Richtung und werden das auch 2004 tun.
Bei LinuxFocus haben wir Georges Tarbouriech, unseren langzeitigen Editor der französischen Sektion, verloren. Er schrieb eine Menge Artikel und jeder von ihnen hatte seinen sehr einzigartigen und persönlichen Stil. Etwas, das nicht ersetzt werden kann. Aber trotz des Verlustes von Georges ist LinuxFocus weiterhin lebendig und aktiv und erhält Beiträge von vielen neuen Autoren und wir freuen uns auf 2004 mit interessanten Artikeln und neuen Sprachen.
Frohes neues Jahr!
-- Guido Socher
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